Bücher
Die Dokumentation ist ein schwieriges Thema in der Welt der Cracks, Freaks und
Geeks; besonders, wenn es sich um die Dokumentation von Betriebssystemen von
Computern und deren Software dreht.
Das beste Beispiel ist immer noch die mitgelieferte Dokumentation zu Windows 98, die aus genau
einem Handbuch besteht, das etwa 100 Seiten dick ist und in dem das Echtheitszertifikat
auch noch seinen Platz finden muß. Das Beste daran ist dann auch noch, dass das, was in diesem
Benutzerhandbuch steht, gerade mal ausreicht, um die Neuerwerbung in Betrieb zu nehmen und gegebenenfalls
das System neu zu installieren. Das wird dann allerdings schon etwas
grösseres, wie es mir in Anbetracht der Schwierigkeiten, die manche
Zeitgenossen mit so einer eigentlich simplen Installation haben, erscheint.
Ich kannte Leute, die ihren nicht einmal alten Rechner auf dem
Dachboden deponiert haben, weil sie nicht in der Lage waren, sowas wieder auf
ihre Maschine zu spielen. Ich erinnere mich da noch recht gut an die alten
Zeiten Ende der 1980er Jahre, als Microsoft nicht nur eine CD lieferte und den
Kunden ohne weitere Unterstützung im Stich ließ. Der Handbuchsatz,
der damals mit dem MS-DOS kam umfasste zwei Exemplare: Einmal etwa 400 Seiten
DOS und noch einmal die gleiche Menge Basic, in denen eingehend erklärt
wurde, wie dieses oder jenes nun funktionieren sollte. Leider ist das
Geschichte. Verkaufen und aus. Das, was an Informationen in den aktuellen
mitgelieferten Handbüchern steht, paßt eigentlich auch noch auf weit
weniger Papier.
Bei den Unix- Systemen sieht das etwas anders aus. Es
kommen nur dann keine gedruckten Handbücher mit, wenn die Distribution von einem FTP- Server stammt oder man sich auf eine Billigstvariante stürtzt. Hier gibt es
allerdings gewisse Qualitätsunterschiede, die von der Zielgruppe
abhängig sind, an die sich die jeweilige Distribution wendet.
Wer sich
mal ein paar Bücher zum Thema Windows reingetan hat, wird feststellen,
dass diese Schwarten allesamt ziemlich gleich aussehen: mit vielen, vielen
Bildern und meistens ziemlich wenig Text respektive Information hinter der
Oberfläche.
Bücher aus der Unix- Welt (Linux gehört in diese
Kategorie) sehen da völlig anders aus: Es gibt viel Lesestoff, ziemlich
wenige Bilder und reichlich Informationen. Ausserdem sind diese Bücher
meistens billiger in der Anschaffung, wenn es dabei auch noch um solche fiesen
Dinge wie Qualität geht. Einen Ausnahmefall stellen die Handbücher zu
stellen die Handbücher zu den grafischen Oberflächen dar.
Die Frage ist dann auch: Was soll man denn nun zum Thema Unix
so lesen:
Meine Empfehlungen sehen im Wesentlichen so aus:
Möglichst mehrere Bücher aus verschiedenen Verlagen zum gleichen
Thema lesen.
Keine distributionsspezifischen Bücher kaufen, es sei denn, es gibt grundsätzlich nur eine Distribution wie bei den jeweiligen BSDs.
Empfehlenswert sind Bücher aus diesen Verlagen:
BHV (Taschenbücher zu Programmierung in Javascript)
Markt und Technik: Linux Hackers Guide (sehr empfehlenswert)
mitp: Linux für Internet und Inranet von Holz/Schmitt/Tikart (zu Suse-
Spezifisch, aber nicht wirklich schlecht)
O'Reilly: sendmail, DNS und Bind, Linux in a Nutshell, Building
Linux Firewalls
C&L: Zu empfehlen sind das gute alte "BSD mit Methode", wenn es noch zu beschaffen ist und die Bücher zu NetBSD oder FreeBSD, die Ihnen ebenfalls zu einer gewissen Grundlage verhelfen werden.
Horizont erweitern:
Interessant ist es, dabei auch mal über den Linux- Tellerrand zu blicken
und sich vielleicht mal ein paar Sachen zum Thema BSD zu kaufen. In "BSD mit
Methode" gibt es beispielsweise eine recht umfangreiche Anleitung zum
Aufsetzen von X- Servern, die ziemlich interessant ist. Der Rest des Buches
ist leider nicht so superprall, weil die Sachen, die da drin stehen, schon seit
einiger Zeit veraltet sind(Erscheinungsdatum 1998) und das Buch einen zu weiten Bereich, nämlich gleich drei Betriebssysteme, abdecken will. Aber interessant ist das Buch trotzdem, wenn man seinen Rechner mit einer anderen
Oberfläche als der allseits beliebten KDE ausstaffieren will und diesen
Dienst im gesamten lokalen Netz anzubieten gen lokalen Netz anzubieten gedenkt, um Rechenleistung zu
sparen. Schon, weil sich die Konfigurationsanleitungen auch ziemlich problemlos auf
Linux- Systeme übertragen lassen.
Nebenbei gibt es aus dem gleichen Verlag noch ein anderes Buch, das sich mit dem NetBSD- Betriebsstem befasst und aktuell ist und ein weiteres zu FreeBSD, das auch noch nicht veraltet sein sollte.
Von Interesse sind auch Bücher zum Thema Shell- Scripte (Für die
Bash- und die Korn- Shell gibt es da ziemlich gute und preiswerte Sachen).
Nehmen Sie eine Ausführung, in der sich ein paar Beispiele befinden und
vermeiden Sie die "Jetzt lerne ich ..."- Reihe aus dem Markt-und-
Technik-Verlag. Sie kennen dann ziemlich viel Theoretisches, aber
können deshalb noch lange nicht programmieren, wie schon etliche Leute
feststellen mussten.
Kompaktreferenzen:
Seit neuerem gibt es da noch eine kleine Reihe mit Minireferenzen, die etwas
umfangreicher sind als die "kurz und gut"- Reihe aus dem O'Reilly- Verlag. "GE-
Packt" heissen die Dinger, die es zu verschiedenen Thmen gibt und die im Preis
um 13 Euro liegen. Ich habe da eines zum Thema Javascript erworben, um eine
Kurzreferenz am Laptop zu haben. Ist vielleicht auch ganz brauchbar und
unterwegs durchaus noch recht handlich. Ich werde noch weiter darauf eingehen,
wenn ich die Sachen einige Zeit im Gebrauch habe.
Als Einsteiger würde ich mir noch überlegen, eines dieser Bücher
zum Thema "Das grosse Buch zu..." aus dem Elektronikfachhandel ins Regal zu
stellen; noch bevor man tiefer in die Materie einsteigt.
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