Wie Sie einen ordentlichen Foudouapperoot kaufen


Allgemeines

Achten Sie auf die Marke.
Nehmen Sie nichts aus dem Versandhaus.
Nehmen Sie das Gerät, das Sie kaufen wollen, in die Hand. Klein ist nicht gleich handlich!
Meiden Sie Billiggerät mit eingebautem Blitz, wenn Sie Material brauchen, das Sie verwerten können. Sogar für Webzwecke ist sowas schon nicht mehr hinreichend! Mit Gimp oder Photoshop können Sie nur die Information nacharbeiten, die da ist! Der Rechner ist kein Allheimittel gegen schlechte Aufnahmen. Unterbelichtet bleibt unterbelichtet! Unscharf bleibt unscharf! Die Effektfilter sind für diesen Zweck nicht gemacht.
Meiden Sie neu und zweite Wahl, wenn das Geld nicht reicht. Mit einer Nikon FM aus 1978 sind Sie allemal besser bedient als mit einer billigen ALL-in-one-Kamera!
Schnelligkeit ist keine Frage des Autofokus, sondern der Vorahnung, in Fachkreisen auch Prävisualisierung oder schlicht der entscheidende Augenblick genannt. Der Autofokus ist kein Heilmittel gegen schlechte Fotos, sondern ein Hilfsmittel, das den Fotografen unterstützen soll! Also lieber gebraucht vom Allerfeinsten als neuen Schrott!
Wenn es eine Digitale werden soll: Warten Sie noch etwas. Die Technik wird noch viel besser werden. Bisher ist der Silberfilm mit dem Papierabzug und einem 500-DM-Scanner allemal die bessere Wahl, wenn die Sache gut und bezahlbar sein soll.
Wenn Sie jetzt schon was Digitales kaufen wollen, geben Sie lieber richtig Geld aus. 2000DM reichen auf keinen Fall. Eher das Zehnfache!
Nehmen Sie eine Digitale, an die Sie Kleinbildobjektive anschließen können. Die Qualität der fest eingebauten Zooms ist, besonders bei Billigmodellen, oft mehr als dürftig!
Schließen Sie beide Ohren, wenn der Verkäufer versucht, Ihnen ein Modell einer unbekannten Marke anzudrehen. Es ist der aktuelle Ladenhüter, den kompetente Leute nicht wollen.
Nehmen Sie lichtstarke Objektive: je kleiner die Blendenzahl, desto besser. Mindestens 2.8 ist gut und auch bei Zoomobjektiven machbar!
Wenn das Geld nicht reicht: kaufen Sie keine Billigobjektive sondern nehmen Sie vorerst nur eine Linse mit, nämlich die im Normalbereich!
Was für die Kamera gilt, ist für das Zubehör ebenfalls zutreffend! Ein starker Gebrauchtblitz hat einfach eine größere Reichweite als ein schwächeres Neugerät!
Gleiches gilt für Objektive und den ganzen anderen Kram.
Denken Sie daran: Es ist nicht wichtig, ob Ihr Nachbar Ihre Kamera toll findet. Sie müssen damit arbeiten, nicht er!
Wenn Sie eine Kamera gekauft haben, spielen Sie damit. Es ist eine gute Übung, für die Schnelligkeit, die Sie einfach brauchen, um klarzukommen. Nehmen Sie das Ding mit ins Bett. Streicheln Sie Ihre Neuerwerbung wie Ihre/n Lebenspartner/in. Spielen Sie an sämtlichen Knöpfen Ihrer Neuerwerbung herum, bis Sie im Schlaf wissen, was passiert, wenn Sie das eine oder andere Hebelchen bedienen. Nicht ist peinlicher, als viel tamtam und hinterher nicht können, weil nicht gewußt wie! Besonders bei einigen modernen Profi- Geräten kann es passieren, dass man auf einmal fünf Knöpfchen und Hebelchen gleichzeitig umlegen muss, wenn die Kamera etwas bestimmtes tun soll (Das geht sogar und man kann dabei auch noch fotografieren).

Was sonst noch zu beachten ist

Sie haben geübt, wie Sie Ihre Neuerwerbung bedienen müssen? Sie sind mit den Ergebnissen in technischer Hinsicht zufrieden? schön.
Das ist immerhin schon etwas, reicht aber für richtig gute Ergebnisse nicht aus.
Nehmen Sie den ganzen Zinnober, den Sie fotografiert haben und legen Sie diesen mindestens zwei bis drei Wochen in eine dunkle Ecke im Haus. Dann fangen Sie an zu sortieren: Gut, weniger gut, schlecht. Die guten Bilder wandern nochmal in dieselbe Ecke. Diesmal für nicht mehr als 14 Tage. Dann wieder sortieren. Wenn dann noch mehr als zwei oder drei Bildchen ürigbleiben, sind Sie entweder selbstverliebt oder ein excellenter Fotograf. Im Regelfall werden Sie nie mehr als zwei bis drei wirklich gute Bilder pro Film finden. Ich meine das nicht in technischer Hinsicht (Belichtung, Schärfe und sowas!). Von einem Kleinbildfilm ziehe ich selten mehr als genau diese Anzahl. Bei größeren Negativformaten sollte die Quote etwa zwei- bis dreimal so hoch sein, schon, weil man darüber nachdenkt, ob man das aaaasig schwere Ding wirklich aus der Bereitschaftsverhinderungstasche buddeln will... Der Rest wandert ins Archiv!
Weiteres:
Rücken Sie Ihren Vis 'a vis auf die Pelle. Je näher desto besser. Wichtig: Es gibt keinen Motivtamagotchi, der warnt, wenn es etwas zu fotografieren gibt.
Wechseln Sie das Labor, wenn sich auch der geringste Farbstich in die Abzüge einschleicht. Grün ist eine eklige Farbe, wenn das Labor nicht reell printet. Kaufen Sie keine Billigabzüge für 19 Pfennige. Die Qualität dieser Bildchen ist meistens auch nur 19Pf (unscharf und stichig). Wenn die Kohle reicht, nehmen Sie einen Diascanner und fotografieren Sie auf Diafilm. Sie vermeiden eine mögliche Fehlerquelle. Auch hier gilt: Billig ist nicht gut. Kaufen Sie Diafilme nie inklusive Entwicklung, es sei denn, irgendwer hat da einen Gutschein drangeklebt, den man ja auch wegschmeissen kann. Kaufen Sie nur Filme einer Marke. Bringen Sie Ihr Material immer in dasselbe hoffentlich verläßliche Labor, das hoffentlich Ihr eigenens ist, um Ärger zu vermeiden. Lagern Sie Ihre Filme im Kühlschrank!
Und:

Nehmen Sie den Deckel vom Objektiv, wenn Sie fotografieren, pissen Sie nicht in schmutzige Toiletten und benutzen Sie die Zeitung nur zum Lesen!

(frei nach Robert Capa)

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