Nach der Installation führt der Computer einen Neustart von der
Festplatte durch. Wenn alles gut gegangen ist, wirst Du innerhalb weniger
Sekunden den Login- Prompt sehen (Das können je nach
Hardware allerdings auch Minuten werden). Das System ist natürlich
noch nicht konfiguriert, aber sei unbesorgt. Die
Konfiguration von NetBSD ist eigentlich sehr einfach und keineswegs unangenehm.
Stattdessen verhilft Dir diese manuelle Vorgehensweise zu einer vielleicht noch
nie gekannten Flexibilität. Du wirst sehen, wie schnell alles geht; und im
Laufe der Zeit wirst Du auch verstehen, wie das System funktioniert. Falls
Probleme auftauchen sollten, wirst Du auch wissen, wo Du nach Fehlern suchen
musst.
Wenn das System nicht startet, kann es sein, dass der Bootmanager nicht korrekt installiert worden ist oder das es da einen Problem mit dem MBR (Master-Boot-Record) gibt. Starte die Maschine von der Bootdiskette, und wenn Du diese Meldung siehst...:
booting fd0a:netbsd - starting in ...
type "?" or "help" for help.
> ?
commands are:
boot [xdNx:][filename] [-adrs]
(ex. "sd0a:netbsd.old -s")
ls [path]
dev xd[N[x]]:
help|?
quit
> boot wd0a:netbsd
Das System sollte jetzt statt von der Diskette von der Festplatte
booten. Wenn NetBSD sauber von der Platte hochgefahren werden kann,
ist das möglicherweise ein MBR- Problem: Du kannst den
Bootmanager installieren oder seine Konfiguration mit dem fdisk
-B -Kommando ändern.
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Das erste Login wirst Du als Superuser root ausführen müssen. Er ist der einzige User, den es am Ende einer neuen Installation gibt. Gib das Passwort ein, das Du während der Installation definiert hast. Wenn Du noch kein Passwort hast, drücke einfach die Eingabetaste.
NetBSD/i386 (Amnesiac) (ttyE0)
login: root
password
...
We recommend creating a non-root account and using su(1) for root access.
#
Die Tastaturbelegung ist immer noch die aus den USA. Wenn Du eine andere Tastatur hast, ist es besser, das Layout zu ändern, bevor Du anfängst, das System zu konfigurieren. Leute, die mit der deutschen Tastatubelegung schreiben, erledigen das so:
# wsconsctl -k -w encoding=de
encoding >desollte das System dann antworten.
Italiener machen das mit:
# wsconsctl -k -w encoding=it
encoding -> it sollte dann die Antwort sein.
Eine vollständige Liste findet sich in
/sys/dev/wscons/wsksymdef.h; aber die verbreitetsten
sind diese hier:
de
dk
fr
it
jp
sv
uk
us
/etc/rc.local ein. Beim nächsten Reboot wird
die Tastatur automatisch konfiguriert.
# echo "wsconsctl -k -w encoding=it" >>
/etc/rc.local
Achtung: Sei vorsichtig und
gib wirklich zwei ">" - Zeichen ein. Wenn
Du nur ein ">" eingibst, überschreibst Du die
gesamte Datei, statt nur diese eine Zeile einzufügen !!!
Es gibt auch noch eine bessere Lösung, für dieses Problem: Du kannst
einen neuen Kernel backen, der Deine Tastaturbelegung als Defaultwert
verwendet. Wie das geht, steht im Kernel- Kapitel.
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man name zeigt die
Manpage des name- Kommandos.
man -k name zeigt eine Liste mit Manpages, die mit
name im Zusammenhang stehen (Du kannst auch das
apropos- Kommando nehmen).
Um die Grundlagen zu man zu lernen, gib mal folgendes ein:
# man man
hier(7) -Seite, die das Layout des
NetBSD- Dateisystems detailliert beschreibt.
# man hier
Andere, ähnliche Seiten sind release(7) und
packages(7). Jede Sektion das Manuals besitzt eine sog.
intro- Seite, die mit einem Kommando in dieser Art
ausgeführt wird:
# man 8 intro
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time
findet sich in Sektion 1 (als Benutzerkommando), in Sektion 3 (Die
time- Funktion in der C- Bibliothek) und in Sektion 9 (die
Systemvaraible). Um die Manpage für die C- Funktion time
zu lesen, musst Du also das hier eingeben:
# man 3 time
Wenn Du alle vorhandenen Seiten lesen willst, kannst Du das mit:
# man -a time
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# passwd
Changing local password for root.
New password:
Retype new password:
Das Passwort wird nicht auf dem Bildschirm angezeigt, während Du
tippst. Später wirst Du lernen, wie man andere Benutzerkonten
einrichtet.
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csh
sh
ksh
# set filec
Damit ist die automatische Vervollständigung von Dateinamen in der Kommandozeile eigeschaltet (mit der ESC- Taste; mit CTRL- D kommt eine Liste mit den möglichen Vervollständigungen).
Du kannst aber auch noch weitere Shells auf dem System installieren, wenn Dir danach ist: tcsh, bash, zsh und einige andere sind in der Package- Kollektion zu finden (was Du vielleicht später ausprobieren solltest).
Das ist eine günstige Zeit, die Initialisierungsdateien für
die Shells zu erstellen (.cshrc, .login und die anderen).
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rtc_offset- Systemvariable änderst.
Du kannst die Konfigurationsdatei des Kernels ändern und ihn neu
kompilieren oder den vorhandenen Kernel direkt patchen (Die neue Zeit
steht aber erst nach einem Reboot zur Verfügung). Das ist
einfacher als es sich anhört. Hier ist ein Beispiel:
# gdb --write /netbsd
GNU gdb 4.17
Copyright 1998 Free Software Foundation, Inc.
...
This GDB was configured as "i386--netbsd"...(no debugging symbols found)...
(gdb) set rtc_offset=-60
(gdb) quit
Der eingegebene Wert (-60) ist die Anzahl der Minuten, die sich Deine Maschine westlich von Greenwich befindet.
Um die derzeitige Einstellung der rtc_offset-
Variable anzuzeigen gibst Du das hier ein:
# sysctl kern.rtc_offset
kern.rtc_offset = -60
Jetzt weiss der Kernel, wie er die Zeit auf der PC- Uhr übersetzen
soll; aber Du musst das System immer noch für Deine lokale Zeit
konfigurieren (Du findest sie unter /usr/share/zoneinfo.).
Hier ist ein Beispiel für Leute, die in Italien leben, das aber in diesem
Sinne auch In Deutschland oder Österreich anwendbar ist. Hier musst Du nur
die Stadt an die Hauptstadt Deines Landes anpassen:
# rm -f /etc/localtime
# ln -s /usr/share/zoneinfo/Europe/Rome /etc/localtime
Wenn einmal alles richtig aufgesetzt ist, kannst Du die Zeit mit dem folgenden Komando verändern:
# date [[[[[cc]yy]mm]dd]hh]mm
Seitenanfang/etc/rc.conf für die
Systemkonfiguration beim Starten. Diese Datei legt fest, was gemacht
wird, wenn das System hochfährt. Diese Datei zu kennen und zu verstehen,
ist sehr wichtig!
Ab Version 1.5 von NetBSD wurde die Administration der rc.conf geändert.
In früheren Versionen wurden alle Defaultwerte in
/etc/rc.conf abgelegt und der User musste diese Datei direkt
ändern. Ab Version 1.5 wurde die /etc/defaults/rc.conf-
Datei eingeführt, in der die Defaultwerte stehen. Um einen Defaultwert zu
ändern, muss der User den neuen Wert in /etc/rc.conf
eintragen. Diese Definition wird höher gewichtet als der eingetragene
Defaultwert in /etc/defaults/rc.conf, die unverändert
bleibt. Zur Wiederholung: Das Verständnis dieser Datei ist wirklich sehr
wichtig. In der Manpage gibt es eine genauere Beschreibung all dieser
Optionen:
# man rc.conf
Die ersten Modifikationen sind diese hier:
rc_configured=YES (Diese Modifikation wurde
meistens schon vom Installationsprogramm durchgeführt)
wscons=YES: Einschalten der virtuellen Konsolen
lpd=YES aktiviert den Druckdienst
hostname) für Deine
Maschine (nimm einen qualifizierten Hostnamen). Wenn Deine Maschine
ein Einzelgänger ist, kannst Du jeden Namen verwenden
(Beispiel: frufru.ruft.lifru), der Dir da so einfällt. Wenn
Deine Maschine an einem Netzwerk hängt, musst Du an dieser Stelle den
korrekten Netzwerknamen eintragen.
Statt einen Hostnamen einzutragen, kannst Du das auch in
/etc/myname tun. Das Ergebnis ist dasselbe.
In der Datei /etc/ttys muss geprüft werden, ob
ttyE0-ttyE3 eingeschaltet sind. ttyE4 kann für die Benutzung mit
X ausgeschaltet bleiben. Beispiel:
console "/usr/libexec/getty Pc" pc3 off secure
ttyE0 "/usr/libexec/getty Pc" vt220 on secure
ttyE1 "/usr/libexec/getty Pc" vt220 on secure
ttyE2 "/usr/libexec/getty Pc" vt220 on secure
ttyE3 "/usr/libexec/getty Pc" vt220 on secure
ttyE4 "/usr/libexec/getty Pc" vt220 off secure
Für die Mutigen: Wenn
Du /etc/ttys erst einmal geändert hast, kannst Du
eine schnelle Aktivierung mit diesen Kommandos ohne Reboot ausführen:
sh /etc/rc.wscons
kill -1 1
Anmerkung:
Man nehme zu diesem Zweck die Tasten auf der linken Seite der
Tastatur.
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/etc/rc.conf konfiguriert
# reboot
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