Kapitel 5: Der zweite Start

...und das steht hier drin:
5.1. dmesg
5.2. Die CD-Rom mounten
5.3. Die Floppy mounten
5.4. Auf eine Windows- Partition zugreifen
5.5. Benutzer hinzufügen
5.6. Shadow- Passwörter
5.7. Das System anhalten und neu starten
Seitenende und Ausstieg

Während des ersten Startes hast Du eine Grundkonfiguration Deines System aufgesetzt. Dieses Kapitel beschreibt einige Kommandos und Operationen

5.1. dmesg

Beim Systemstart gibt der Kernel eine lange Reihe von Meldungen auf dem Monitor aus. Diese Meldungen informieren über den Kernelzustand (zum Beispiel vorhandener Speicher) und die Peripheriegeräte, die auf dem System gefunden wurden. Diese Informationen sind sehr wichtig, um die Hardware zu untersuchen, Konfigurationsprobleme zu finden und die Gerätenamen für die Peripheriegeräte herauszufinden (Du kannst so feststellen, ob Deine Netzwerkkarte als »ne0« oder »ne1« erkannt worden ist). Für gewöhnlich laufen diese Meldungen zu schnell auf, um sie mitlesen zu können. Um diese Meldungen nachzulesen, gibt es dmesg.

# dmesg | more
    
Wenn irgendwas in Deinem System nicht zu funktionieren scheint und Du in einer der NetBSD- Mailinglisten um Hilfe bittest, vergiss nicht, den relevanten System- Output in Deine Mail mit einzubauen. Ohne diese Informationen kann Dir niemand weiterhelfen.

Seit NetBSD 1.4.2 legt der Bootprozess eine Kopie des dmesg- Outputs in »/var/run/dmesg.out« ab. Diese Funktion ist von grossem Nutzen, weil das System mit der Zeit alte dmesg- Meldungen »ausscrollt«


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5.2. CD-ROMs mounten

Neue User sind oft überrascht von dem Faktum, dass das Installationsprogramm die CD-Rom korrekt erkennt und mountet, aber das installierte System anscheinend »vergessen« hat, wie eine CD- Rom benutzt wird. Es ist kein besonderer Zauber mit der Benutzung einer CD verbunden: Du kannst sie wie jedes andere Dateisystem in Deinen Verzeichnisbaum einhängen. Alles, was Du kennen musst, ist der Name des Gerätes und einige Optionen zum »mount«- Kommando. Den Gerätenamen kannst Du mit dem »dmesg«. Kommando herausfinden. Als Beispiel; wenn dmesg das hier ausgibt:

# dmesg | grep ^cd
cd0 at atapibus0 drive 1: <ASUS CD-S400/A, , V2.1H> type 5 cdrom removable

ist der Gerätename cd0 und Du kannst die CD- Rom mit diesen Kommandos mounten: 

# mkdir /cdrom
# mount -t cd9660 -o ro /dev/cd0a /cdrom
    

Um die Dinge einfacher zu machen, kannst Du eine Zeile in »/etc/fstab« einfügen:

/dev/cd0a /cdrom cd9660 ro,noauto 0 0
    

Ohne neu zu booten, kannst Du die CD-Rom so mounten:

# mount /cdrom
    

Wenn eine CD-Rom gemountet ist, kannst Du sie nicht von Hand auswerfen. Du musst sie immer unmounten, bevor Du das tust:

# umount /cdrom
    

Es gibt auch ein Kommando dafür:

# eject /dev/cd0a
    

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5.3. Die Floppy mounten

Um eine Diskette zu mounten, musst Du den Namen des Gerätes und das Dateisystem der Diskette kennen. Wenn Du auf eine Diskette im MS-DOS- Format zugreifen willst (lesend und schreibend), geht das so:

# mount -t msdos /dev/fd0a /mnt
    

Anstelle von »/mnt« kannst Du auch jedes andere Verzeichnis verwenden; Du kannst auch ein »/floppy«- Verzeichnis erstellen, wie Du das für die Cd-Rom getan hast. Wenn Du oft mit MS-DOS- Disketten arbeitest, wirst Du das »mtools«- Paket installieren wollen, mit dem man auf eine Diskette oder Festplattenpartition dieser Art zugreifen kann, ohne dauernd mounten zu müssen. Es für den schnellen Kopiervorgang auf eine Diskette sehr praktisch.

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5.4. Zugriff auf eine DOS/Windows- Partition

Wenn sich NetBSD die Platte mit MS-SOS oder Windows teilt, kann das System so modifiziert werden, dass die DOS- Partitionen für NetBSD sichtbar sind. Zuerst musst Du die Geometrie für die M-DOS- Partition festlegen, eventuell mit fdisk

# fdisk wd0
NetBSD disklabel disk geometry:
cylinders: 6232 heads: 16 sectors/track: 63 (1008 sectors/cylinder)
...
Partition table:
0: sysid 6 (Primary 'big' DOS, 16-bit FAT (> 32MB))
    start 63, size 2088516 (1019 MB), flag 0x80
        beg: cylinder    0, head   1, sector  1
        end: cylinder  259, head   0, sector  4
1: sysid 169 (NetBSD)
    start 2088579, size 4193277 (2047 MB), flag 0x0
        beg: cylinder  259, head   0, sector  4
        end: cylinder  779, head   0, sector  1
2: <UNUSED>
3: <UNUSED>
    
Hinweis: Dieses Beispiel nutzt die wd0- Festplatte.
Der Output des fdisk- Kommandos sagt uns, dass die DOS- Partition bei Sektor 63 beginnt und eine Grösse von 2088516 Sektoren hat. Die NetBSD- Partition beginnt bei Sektor 2088579(2088579 = 2088516 + 63). Du benutzt diese Daten, um das BSD- Disklabel zu modifizieren: Alles, was Du tun musst, ist, eine Zeile hinzuzufügen, in der steht, wo sich diese Partition befindet und von welchem Typ diese MS-DOS- Partition ist, in dem Du einen der noch nicht genutzten Partitions- ID- Buchstaben dazu benutzt. Für diesen Zweck gibt es das Kommando disklabel. Wenn Du den -e Parameter an das Kommando dranhängst, benutzt das Programm Deinen Lieblingseditor ($EDITOR), um das Disklabel zu modifizieren. Beispiel:

# disklabel -e wd0
...
#        size   offset     fstype  [fsize bsize  cpg]
...
  e:  3450624  2831232    4.2BSD    1024  8192    16   # (Cyl.  2808* - 6231)
  f:  2088516       63    MSDOS
    

Die Partitionen von »a« bis »e« werden bereits von NetBSD benutzt. Die erste freie ID war »f«. Die Grössen- und die »offset«- Felder wurden mit den vorher berechneten Zahlen gefüllt. Als nächstes musst Du Dir einen Mountpoint verschaffen. Das hier bietet sich an:

# mkdir /msdos

Zu guter Letzt wird zu der »/etc/fstab« noch eine Zeile hinzugefügt.

/dev/wd0f /msdos msdos rw,noauto 1 3

Jetzt kann die Dos- Partition mit einem einfachen Kmmando gemountet werden:

# mount /msdos
    

Mit dieser Methode können FAT und FAT32- Partitionen gemountet werden. Wenn das automatisch passieren soll, musst Du nur die »noauto«- Otion aus der »/etc/fstab« entfernen.

/dev/wd0f /msdos msdos rw 1 3
    

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5.5. Neue Benutzer

Es ist an der Zeit, neue Benutzer in das System zu integrieren. Schon, weil Du sicher kein Risiko eingehen willst und Deine tägliche Arbeit schon deshalb als Root erledigen willst. NetBSD hat kein Programm, um neue User zu erschaffen; stattdessen solltest Du Dir mal die adduser- Manpage zu Gemüte führen.

# man adduser
    

Wenn Du Dich nach den Instruktionen in dieser Manpage richtest, wirst Du beginnen, vipw zu benutzen, das das Standard- Administrationstool für neue Benutzerkonten unter NetBSD ist.

Hinweis: Mit NetBSD kommt ein ganzer Satz dieser Werkzeuge; ein useradd- Kommando und auch andere. Um einen neuen User anzumelden, musst Du das hier eingeben:

# useradd -m joe
      
Die Standardeinstellungen für das useradd- Kommando können geändert werden. Wie das geht, steht in der useradd(8) Manpage.
Wenn Du eine frühere Version von NetBSD hast und Du neue Konten nicht manuell einrichten willst, kannst Du dafür ein Paket installieren; beispielsweise addnerd aus der Packages- Sammlung. Ich empfehle allerdings dringend, mal einen Blick auf die Manpage zu werfen und mindestens ein Benutzerkonto manuell einzurichten.

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5.6. Shadow- Passwörter

Shadow- Passwörter werden bei NetBSD als Standard benutzt und können nicht abgeschaltet werden. Alle Passwörter in »/etc/passwd« werden durch ein «#« ersetzt. Die verschlüsselten Passwörter liegen in einer anderen Datei, »/etc/master.passwd; die nur von root gelesen werden kann. Wenn Du vipw startest, um diese zu editieren, öffnet das Programm eine Kopie von /etc/master.passwd; wenn Du das Programm beendest, prüft vipw, ob die Kopie gültig ist, erstellt eine neue /etc/paswd und installiert eine neue /etc/master/passwd- Datei. Am Schluss ruft vipw pwd_mkdb auf, das eine neue /etc/pwd.db - und eine /etc/spwd.db- Datei erstellt. Das sind zwei Datenbanken, die /etc/passwd und /etc/master.password entsprechen, die aber schneller zu verarbeiten sind.

Wie Du siehst, werden Passwörter von NetBSD automatisch gehandhabt. Wenn Du vipw benutzt, um die passwd- Datei zu bearbeiten, brauchst Du keine spezielle Administrationsprozedur durchzuführen.

Es ist sehr wichtig, vipw und die andern Tools immer zu benutzen, um ein Benutzerkonto zu verwalten (chfn,shsh,chpass,passwd) und niemals /etc/master.passwd direkt zu ändern.

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5.7. System anhalten und neu starten

Das Kommando, das benutzt wird, um das System zu stoppen oder neu zu starten ist shutdown.

# shutdown -h now
# shutdown -r now
    

Zwei andere Kommandos bewirken dasselbe:

# halt
# reboot
    

halt/reboot und shutdownsind keine Synonyme. Letzteres ist etwas weiter entwickelt. Auf einem Mehrbenutzersystem solltest Du wirklich shutdown benutzen: Du kannst gleichzeitig das System anhalten, die Mitbenutzter informieren und noch einiges Andere. Mehr Informationen steht in den Manpages shutdown(8), halt(8) und reboot (8).

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